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Mittwoch, 1. Juli 2020

PRIESTER- CHARTA


Im nächsten Chevalier du Christ-Roi, der nach langer Wartezeit demnächst erscheinen wird, veröffentliche ich die Charta, die mehrere Priester der Fidelité Catholique als die ihre anerkannt haben. Diese Charta betrifft Sie direkt und ihre Bedeutung wird Ihnen nicht entgehen.
Bevor ich zum Text übergehe, möchte ich Ihnen zunächst berichten, wie er entstanden ist.
Mehrere Priester der Fidelité Catholique trafen sich im November letzten Jahres zu Priesterexerzitien. Bischof Williamson war nicht anwesend, hat sie aber sehr zu Diskussionen darüber ermuntert, wie sie den Erwartungen Gottes immer besser entsprechen könnten. Am dringlichsten erschien uns eine Charta, die daran erinnert, welche Stellung wir in der heiligen Kirche einnehmen, welche Bindungen wir haben, und von welchen Grundsätzen wir uns und unser Priesteramt leiten lassen. Ein jeder hat dazu beigetragen und jeder einzelne Abschnitt wurde allen zur Genehmigung vorgelegt. Dann wurde noch einmal die gesamte Charta besprochen und erhielt die rückhaltlose Zustimmung aller.
Sie ist weder neuartig noch außergewöhnlich und das ist einer ihrer Vorzüge, denn angesichts der schlimmen augenblicklichen Lage in der Kirche müssen wir uns unbedingt vor jeder Originalität, vor jeder persönlichen Geisteshaltung und vor allem hüten, was nicht völlig mit dem sensus ecclesiae, d. h. mit dem Denken der Kirche übereinstimmt.

Wir haben uns entschieden, uns mit der Veröffentlichung Zeit zu lassen. Nach Herrn Pater de Mérode, der sie als erster auf seiner Website veröffentlicht hat, veröffentliche ich sie nun in meinem Namen und im Namen jedes Mitgliedes der Gemeinde Notre-Dame du Christ-Roi. (Unsere Liebe Frau von Christ-König, Priorat v. Pater Pivert). Angesichts ihrer Bedeutung wird sie auf der Präsentationsseite meiner Website dauerhaft zugänglich sein.

Abbé Francois Pivert +



Charta der im November 2018 zu Exerzitien versammelten Priester



Angesichts der außergewöhnlichen Umstände unseres Priesteramtes wollen wir daran erinnern, welche Stellung wir in der heiligen Kirche einnehmen, welche Bindungen wir haben und von welchen Grundsätzen wir uns und unser Priesteramt leiten lassen.

Keine Definition der Kirche erschien uns in theologischer Hinsicht einfacher, klarer und prägnanter als die des Katechismus des hl. Pius X.: „Die katholische Kirche ist die Gesellschaft oder Versammlung aller Getauften, die sich auf Erden zum gleichen Glauben und Gesetz Jesu Christi bekennen, an den gleichen Sakramenten teilnehmen und den rechtmäßigen Hirten, vor allem dem römischen Papst, gehorchen.“ (Großer Katechismus, 9. Artikel, § 2, 1. Frage)

Diese Definition der Kirche beschreibt, wer die Gläubigen und wer die Hirten sind. So werden wir ihr treu bleiben:

1. HINSICHTLICH DER LEHRE


Das heilige Vermächtnis des Glaubens wurde angesichts der modernen Irrtümer vor allem durch den Syllabus, die Enzyklika Pascendi und den Antimodernisteneid geschützt und später von Erzbischof Lefebvre in Erinnerung gebracht und verteidigt, vor allem hinsichtlich der Lehre des Christkönig und der Wichtigkeit des Kreuzesopfers. Wir erneuern unseren Eid, diesem Vermächtnis treu zu bleiben, es zu verteidigen und zu verbreiten.


2. HINSICHTLICH DES GESETZES


Das überlieferte Kirchenrecht von 1917, Frucht und Synthese aus 2000 Jahren der rechtlichen und moralischen Überlieferung der Kirche, konnte durch das 1983 veröffentlichte modernistische vorgebliche Kirchenrecht, Frucht und Anwendung des II. Vatikanischen Konzils, nicht abgeschafft werden. Dieses Konzil hat Erzbischof Lefebvre als „die größte Katastrophe der Geschichte“ und das Kirchenrecht als „schlimmer als das Konzil“ verurteilt.
Daher muß das Kirchenrecht von 1917 die Norm sowohl für unser Leben als auch für unser Priesteramt sein und bleiben.
Wir weisen insbesondere auf die uns durch den Kanon 124 auferlegten Pflichten hin: „Die Kleriker müssen nach innen wie nach außen ein heiligeres Leben führen als die Laien und ihnen durch ihre Tugend und die Rechtschaffenheit ihrer Handlungen als Beispiel dienen“. Ferner verweisen wir auf die uns durch die nachfolgenden Kanones auferlegten Pflichten, nämlich: Inneres Gebet, Besuch beim Allerheiligsten Altarssakrament, Rosenkranzgebet, tägliche Gewissensprüfung und Breviergebet, häufige Beichte, Exerzitien, Ausübung des Priesteramtes, Studium der heiligen Lehre.
Wir stellen fest, daß die Kanones von 1983, die sich auf die Ehe beziehen, dem göttlichen Recht entgegenstehen und Ausdruck des Personalismus sowie Frucht des Modernismus sind. Wir werden weder jetzt noch jemals in Zukunft die Nichtigkeitserklärungen der Ehe anerkennen, die auf diesem Recht basieren und ebensowenig die Ehen, die eine Folge dieser Nichtigkeitserklärungen sind.
Es handelt sich dabei weder um eine Wahl noch um unseren eigenen Willen sondern um die Wahrheit, die für alle und jeden einzelnen verpflichtend ist.


3. HINSICHTLICH DER SAKRAMENTE


Wir stellen fest, welche Gnade uns Gott dadurch erwiesen hat, daß wir die Bruderschaft des hl. Pius X. verlassen mußten. Diese Trennung hat uns behütet und befreit.
Wir fordern die Gläubigen auf, das gleiche zu tun, vor allem, um sich und ihre Familien vor dem Liberalismus und der Ansteckung durch den Modernismus zu bewahren. Das war der von Erzbischof Lefebvre aufgestellte Grundsatz: man muß allem entfliehen, was den Glauben und das Glaubensleben verderben kann. Dadurch erfahren die Gläubigen, worin die wahre Freiheit der Kinder Gottes und die Kraft der Gnade besteht.
Wir fordern die Gläubigen auf, Gebetsgruppen und solche mit christlicher Lebensführung zu bilden, um sich gegenseitig in den Prüfungen beizustehen und das Leben der Kirche zu erhalten.
Wir fordern sie und ihre Kinder auf, nicht nur dem schädlichen Einfluß der Welt zu widerstehen sondern auch zu Aposteln unseres Herrn Jesus Christus zu werden.
Wir fordern sie auf, täglich den Rosenkranz, ja sogar den Psalter zu beten. Dadurch werden sie den Glauben bewahren und in Prüfung und Trennung den nötigen Mut haben. Auch werden dadurch Gebetsgruppen entstehen und sich weiterentwickeln und die Kinder zu Dienern des Christkönig werden.
Wir erneuern unsere Verpflichtung, vor allem diejenigen zu unterstützen, die dieses Programm des christlichen Lebens in die Tat umsetzen wollen, seien es Gläubige der ersten Stunde oder neu Hinzugekommene, Bekannte oder Unbekannte.


4. HINSICHTLICH DER HIRTEN


Wir betrachten Bischof Williamson als den würdigen Nachfolger von Erzbischof Lefebvres in der
Verteidigung des Glaubens und unterstellen uns, um nicht zu Waisen zu werden, der weisen
Führung dieses würdigen Vaters.


Sonntag, 19. Januar 2020

Nummer DCLIII (653)

Professor Drexel – III

Nummer DCLIII (653)


“Bis dahin ruhig, Seele! Schnöde Taten
Birgt sie die Erd auch, müssen sich verraten.” (Hamlet I, 1)
Im dritten und letzten Auszug aus dem in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Österreich erschienenen, bewundernswerten Buch Professor Drexlers „Der Glaube ist mehr als Gehorsam‟, den wir in diesen Kommentaren wiedergeben, dürfen wir mit Fug und Recht annehmen, dass Unser Herr spricht, weil die Botschaft für sich selbst in jeder Hinsicht dem wahren Glauben entspricht und im Zusammenhang mit der Verwirrung, die sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) in der Kirche breitmachte, ein klares Zeichen dafür darstellt, dass die offizielle Kirche einen Irrweg eingeschlagen hat und auch heute, wo wir schon tief im 21. Jahrhundert stecken, weiterhin einschlägt. Für den katholischen Klerus ist die Botschaft eine klare Warnung: Wenn ihr darauf beharrt, den neuen, von Menschen vorgezeichneten Weg zu beschreiten und hierdurch Gottes wahre Religion aufzugeben, droht euch nach dem Tod eine furchterregende Verdammnis in der Hölle. Für die katholischen Laien ist das Buch eine nicht minder klare Ermutigung: Wenn ihr der wahren Kirche mit Glauben und Mut die Treue haltet, erwartet euch im Himmel reicher Lohn. Für Klerus und Laien zugleich ist die Botschaft im Jahre 2020 von höchster Aktualität.
MAI 1974.
Laßt euch nicht niederdrücken von den Wirren und den Irrlehren untreuer und abfallender Priester, denen der Leib und die Sinnenlust höher stehen als der Glaube und die Liebe zu Meiner Kirche und zu den unsterblichen Seelen. Alle wahrhaft Gläubigen mögen wissen, daß die inneren und äußeren Feinde der Kirche ihrem Untergang geweiht sind – unentrinnbar, wenn sie nicht in ihrem Inneren reuig zur Einheit der Lehre zurückkehren!
Ich sage: es werden Priester aufstehen, die sich jetzt im Stillen, im Verborgenen, für die Zukunft heranbilden und zur Zeit, ja schon bald, im apostolischen Geist und auf den Spuren der Heiligen für die von Mir gewollte Ordnung und Einheit Meiner, der Katholischen Kirche, eintreten in heiliger Ehrfurcht vor dem Geheimnis und Wunder der heiligen Eucharistie. (Dies ist sicherlich eine Prophezeiung der jungen Priester der Tradition, die 1976 in kleiner, aber nicht unbedeutender Zahl auftreten sollten.)
JULI 1975.
Meine Kirche lebt inmitten eines Abfalls und der Zerstörung. Sie lebt in ungezählten Gläubigen und Getreuen. In der Geschichte dieser Meiner Kirche hat es immer wieder zufolge schlechter Priester und lauer Hirten Zeiten des Niederganges, des Abfalls und der Verwüstung gegeben. Doch der Geist Gottes ist stärker und er hat über den Trümmern und Gräbern der Untreue und des Verrates die kleingewordene Kirche sich erheben und neu erblühen lassen. Das Werk von Ecône Meines Dieners Marcel geht nicht unter! (Der hier erwähnte „Marcel‟ ist selbstverständlich Erzbischof Lefebvre, der im Jahre 1970 das traditionalistische Seminar von Ecône gegründet hatte.)
MÄRZ 1976.
Mein getreuer Sohn Marcel, der für den Glauben viel zu leiden hat, schlägt den richtigen Weg ein. Er ist wie ein Licht und ein Pfeiler der Wahrheit, die viele Meiner geweihten Priester verraten. Der Glaube ist mehr als Gehorsam. Deshalb ist es Mein Wille, dass das Werk der theologischen Ausbildung der Priester im Geist und Willen Meines Sohnes Marcel weitergeführt werde, zur Rettung und grossen Hilfe meiner einzigen und wahren Kirche. (Wer Ohren hat zu hören, erkennt hier die klarste Unterstützung der Bewegung der katholischen Tradition.)
DEZEMBER 1976.
Jene aber, die sich auf das Priestertum vorbereiten an den bischöflichen Seminarien, treten ohne den ganzen und tiefen und warmen Glauben an die heilige Wandlung in das Priestertum ein, und nicht wenige der Priestertumskandidaten liebäugeln mit dem Gedanken, einmal eine Ehe schließen zu können. Darum ist die Zeit nicht mehr ferne, in der an vielen Orten das Volk ohne Priester sein wird.
Jene Priester aber, die im sakramentalen Opfer noch wahrhaft das Heiligste sehen und in heiliger Gesinnung das Geheimnis Meines Fleisches und Blutes vollziehen, wie Mein würdiger Diener Marcel, werden verfolgt, verachtet und geächtet.
Kyrie eleison.

Sonntag, 12. Januar 2020

Nummer DCLII (652)

Professor Drexel – II

Nummer DCLII (652)


Je brennender hier auf Erden unsere Leiden
Desto herrlicher im Jenseits unsere Freuden!
Wie für viele andere vorgebliche Botschaften vom Himmel gilt auch in diesem Fall: Wenn jemand behauptete, der Kern der Professor Drexel von 1970 bis 1977 übermittelten Botschaften stehe bereits im Neuen Testament, nämlich „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden“ (Matthäus V, 11–12), so hätte er vollkommen recht. Würde er jedoch hinzufügen, solche Botschaften seien nicht nötig, weil sie ja bereits im Evangelium stünden, so wäre dies ein schwerwiegender Irrtum. In den siebziger Jahren begann die moralische Folter vieler guter Katholiken, die von den Priestern von Vatikan II zwischen ihrem katholischen Glauben und ihrem katholischen Gehorsam hin- und hergerissen wurden. Deshalb musste Unser Herr Seelen wie Prof. Drexler immer wieder verkünden, dass es Seine eigenen Priester war, die Ihn verraten hatten.
In der Tat: Die Katholiken, die 400 Jahre lang durch ihren Gehorsam gegenüber dem glaubenstreuen Konzil von Trent (1545–1563) gerettet worden waren, konnten anfangs einfach nicht begreifen, dass derselbe Gehorsam dem vom Glauben abgefallenen Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) nicht mehr gebührte. Nun, wo das Jahr 2020 angebrochen ist, hat Erzbischof Lefebvres Treue gegenüber dem unveränderlichen vorkonziliären Glauben und der traditionellen Messe ausreichend Zeit gehabt, um die Tradition in der gesamten Kirche einigermassen wiederherzustellen, auch wenn dieser Kampf noch längst nicht zu Ende ist. Aber im Jahre 1970 war es – ausser für sehr wenige Seelen – schlicht und einfach unbegreiflich, dass der katholische Papst sowie viele seiner Bischöfe und Priester auf die Zerstörung der Kirche hinarbeiten würden. Darum die Notwendigkeit von Botschaften wie jener vom 3. Juli 1970, die Unser Herr Professor Drexel (nach dessen glaubwürdigen Angaben) zukommen liess:
„Seid also guten Mutes und lasst euch nicht entmutigen von der Unruhe und der versuchten Zerstörung Meiner Kirche, noch von der Untergrabung der Ordnung der Welt. Wohl sind Satan und alle dämonischen Mächte am Werk wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit und der Kirche! Aber ist nicht durch das Eingreifen Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes ein Werk entstanden, das mehr als jedes andere Werk die Engel, die übernatürlichen Mächte und die guten Geister auf den Plan ruft! Dieses Werk ist göttlichen Ursprungs! Alle Getreuen Meiner Kirche mögen in Ruhe und Festigkeit in die Zukunft schauen und in die Zukunft gehen. Satan wird wüten, und seine grössten Helfer sind die innerlich und äusserlich vom Glauben und ihrer Weihe abgefallenen Priester.
Doch Maria, die Unbefleckt Empfangene, die nie von Sünde berührt wurde, wird siegen. Mag auch die Schar derer, die standhaft sind und Mir, Meinem Kreuz und dem Geheimnis Meiner Gegenwart in Leib und Blut die Treue und die Liebe bewahren, kleiner werden: der Glaube und das Gebet, das Bekenntnis und die Hoffnung, die Liebe in Wahrheit, werden am Ende triumphieren. Die Stürme mögen toben! In der sichtbaren Natur können Felsen bersten und Dämme brechen – GOTT IST GRÖSSER; DIE WAHRHEIT IST STÄRKER; DIE GNADE IST REICHER; DARUM WIRD DER FELS, DEN ICH GEGRÜNDET HABE, BIS AM ENDE BESTEHEN.
Denselben Geist atmen die Worte der Botschaft vom 5. März 1971 an Professor Drexel:—
Nochmals sage Ich euch: Laßt euch nicht beirren durch die gegenwärtige Bedrohung Meiner Kirche von innen und außen! Von innen sind es die ihrer Berufung und der Gnade untreu gewordenen Diener Gottes ( . . . ) Es sind die Priester und die Theologen, wie sie sich nennen; Priester, die Mich verlassen, Mich verraten, Mich verfolgen. Ihre Zahl mehrt sich ( . . . ) Nie, seitdem Ich sichtbar unter den Menschen gewandelt bin, war die Not Meiner einen und wahren Kirche so groß wie in der Gegenwart, und diese Not wächst.
Doch verzaget nicht! Mag auch die Herde, von der Ich als der Göttliche Gute Hirte sprach, klein werden: Die Kirche, die Ich gegründet und in Petrus mit einem Felsen verglichen habe, werden weder äußere, noch innere Feinde zu zerstören vermögen. Ihr aber und alle Seelen, die dir vom VATER geschenkt wurden, fahret fort im Schaffen für die Kirche, für den Glauben und für die Seelen! Die euch zu Helfern geworden sind, werden von ihrem Wohltun Segen ernten, einen Segen, mit dem nichts in der Welt in Vergleich kommt.
Kyrie eleison.

Montag, 6. Januar 2020

Rosenkranzzug der katholischen Treue

Rosenkranzzug der katholischen Treue.

Das Anliegen Januars lautet; "Damit wir, wenn wir die Krippe betrachten, unsere Handlungen mit ihr übereinstimmen."

Samstag, 4. Januar 2020

Nummer DCLI (651)

Professor Drexel – I

Nummer DCLI (651)


Gesegnet seien Seelen, die nicht zittern vor Gefahren
Und ihrem Glauben auch in grösster Not die Treue wahren.

Während die Krise der Kirche und der Welt von Jahr zu Jahr mit unverminderter Schärfe ihren Fortgang nimmt, mag es zu Beginn eines weiteren neuen Jahres angebracht sein, sich auf Botschaften unseres Herrn aus den frühen siebziger Jahren zurückzubesinnen. Damals begannen viele gute Katholiken zusehends unter der Verwirrung und dem Kummer zu leiden, in die die neue Religion, welche das 1965 zu Ende gegangene Zweite Vatikanische Konzil ihnen aufgenötigt hatte, sie gestürzt hatten. Zu diesen Opfern von Vatikan II zählte Pater Albert Drexel (1889–1977), ein angesehener Philologieprofessor aus dem österreichischen Voralberg und zugleich ein zutiefst gläubiger katholischer Priester, dem unser Herr seit 1922 am ersten Freitag jedes Monates mit einer Botschaft erschien, um seinen Glauben zu leiten.
Allerdings hielt Prof. Drexel die Botschaften erst ab 1970 schriftlich fest und sammelte sie bis zu seinem Tode, nach dem sie in einem noch heute erhältlichen kleinen Buch mit dem Titel „Der Glaube ist mehr als Gehorsam“ veröffentlicht wurden. Kein Katholik ist verpflichtet zu glauben, dass dies die Worte unseres Herrn selbst sind, aber die vom ersten Freitag jedes Jahres stammenden Botschaften aus den Jahren 1970–1977 sind für viele Schafe, die in ihnen die Stimme ihres Herrn und Meisters erkennen, für sich schon ein hinreichender Beweis für ihre Richtigkeit. Als Beispiel sei hier die Botschaft vom 5. März 1976 angeführt, in welcher der Satz „Der Glaube ist mehr als Gehorsam“ steht, nach dem Prof. Drexlers Buch benannt wurde. Gerade zu jenem Zeitpunkt erreichte seinen Gipfel der Streit zwischen dem Glauben an die wahre Kirche und dem Gehorsam gegenüber der falschen Kirche:—
„Dunkel erscheint dir die Zukunft. Dein innerstes Ringen um die wahre Erkenntnis und den Weg in der Verwirrung ist Mir nicht unbekannt geblieben. So will Ich dir Licht geben. Mein treuer Sohn Marcel (Erzbischof Marcel Lefebvre), der so sehr um des Glaubens willen leidet, befindet sich auf dem wahren Wege. Er ist ein Licht und eine Säule der Wahrheit, die von vielen Mir geweihten Priestern verraten wird. Der Glaube ist mehr als Gehorsam. Darum ist es Mein Wille, dass das Werk der Erziehung von Theologen zu Priestern im Geiste und nach dem Willen Meines Sohnes Marcel bestehen bleibt und zur Rettung Meiner einen und wahren Kirche eine starke Hilfe wird.
„Der Geist der Welt ist in die Kirche eingebrochen, und der Geist Gottes ist aus den Herzen vieler gewichen, die berufen waren, diesen Geist zu verkünden. Nun reden sie von anderen Dingen und verlieren sich in die Schliche und Schlingen Satans ( . . . ) Dieser Geist ist auch in die Orden und in die Klöster eingedrungen; denn ihre Bewohner, Mönche und Nonnen, haben den Geist ihres Gründers verloren und verlassen. Sie sind dem Volk und der Welt zum Ärgernis geworden. Sie haben nicht nur die Liebe zu Meiner heiligsten Mutter, sondern auch die Ehrfurcht vor Meiner Sakramentalen Gegenwart verloren. Stattdessen predigen Mönche von den Dingen der Welt und dem Wohlleben, und Ordensschwestern reden nimmermehr von den heiligen Engeln, viele auch nicht mehr von der heiligsten Jungfrau und Mutter Maria. Es gibt Orte der Stille und des Gebetes, besondere Heiligtümer, an denen Maria, Meine Mutter und Mutter der Gnade, verehrt wird.“
Vielleicht mutet diese Botschaft aus dem Jahre 1976 ein wenig überholt an, weil der Unterschied zwischen den Früchten von Vatikan II und jenen Erzbischof Lefebvres angesichts der seither verflossenen Zeit vielen Seelen klargemacht hat, wo der wahre Geist Gottes zu finden ist. Nichtsdestoweniger wird Gottes wahre Kirche auch weiterhin von modernistischen Wölfen im Schafspelz zerrissen, und viele Seelen sind nach wie vor der Versuchung ausgesetzt, vom wahren Glauben und der wahren Kirche abzufallen. Mögen sie folgende Mahnung vom Neujahrstag 1971 – die in einer der vielen Botschaften an Pater Drexel steht – beherzigen:
„Eine dunkle Wolke liegt über Meiner heiligen Kirche. Immer mehr wächst die Verwirrung; immer mehr Priester werden ihrer Berufung, ihrer Sendung und ihrer Gnade untreu ( . . . ) Während die Saat der Bösen und der Gottlosen in Verderbnis enden wird, wird die Saat der Gläubigen zu einer reineren und schöneren Kirche erblühen. Wohl denen, die die Stunde verstehen, in Meiner Liebe bleiben, Meine Mutter bekennen, den Spuren der Heiligen folgen und der Führung durch die Engel vertrauen: sie werden im Dunkel leuchten, im Sturm nicht wanken und in der Prüfung nicht zerbrechen! . . .”
Kyrie eleison.

Samstag, 28. Dezember 2019

Nummer DCL (650)

Sprecht Klartext!

Nummer DCL (650)




Kennzeichnend für die grossen Geister der Vergangenheit ist, dass sie über grosse Dinge nachdachten, worunter – explizit oder implizit – Dinge zu verstehen sind, die mit Gott in Verbindung stehen, und wenn sie tatsächlich grosse Geister waren, kann ihr Denken nicht rein destruktiv gewesen sein. Ein solcher Geist war sicherlich Englands Shakespeare. Als Katholik empfand er Schmerz darüber, dass der Abfall seines Landes vom katholischen Glauben gerade zu dem Zeitpunkt, wo er seinen schöpferischen Höhepunkt erreichte, um das Jahr 1600 herum, endgültig vollzogen war. Doch diese Zuwendung Englands zum Protestantismus bedeutete, dass er, wenn er nicht gehängt, ausgeweidet und gevierteilt werden wollte, seine katholische Botschaft in verklausulierter Form verbreiten musste, wie Clare Asquith in ihrem anno 2005 erschienenen Buch „Shadowplay“ bewiesen hat, in dem sie sich mit Shakespeares Schaffen auf unvergleichlich höherem Niveau auseinandersetzt als englische „Patrioten“ und die Zwerge der Literaturkritik es tun.
Dies sei anhand eines Beispiels veranschaulicht. Im Anhang des Buchs findet sich eine Analyse von Shakespeares Sonnet 152, in dem Frau Asquith aufzeigt, wie sich hinter dem vordergründigen Hinweis auf eine Frau, die der Dichter kannte, von der ersten bis zur letzten Zeile eine zweite, vollständig verschiedene Bedeutung verbirgt, die für ihn als Schriftsteller, der seine Landsleute hätte warnen müssen, dies jedoch nicht tat, weitaus schwerer ins Gewicht fällt. Hier die 14 Zeilen des Sonnets; es schliesst sich eine Deutung seiner hintergründigen Botschaft an:
Daß ich dich lieb’ ist Meineid; weißt du: doch
Zwiefach meineidig du, mir Liebe schwörend,
Brachst mit der Tat dein Bettgelübde, noch
Den neuen Liebesbund in neuem Haß zerstörend!
Doch ich, der zwanzig Eide bricht, wie könnt’ ich
Dir zwei verübeln? Lüg’ ich doch weit mehr;
Und was ich schwören mag, mißhandelt dich beständig:
Mein bestes Wort machst du bedeutungsleer.
Denn ich beschwur mit teuern Seelenschwüren
Dein teures Lieben, deine Güt’ und Treu;
Ich lieh der Blindheit Augen, dich zu zieren:
Verleugnen mußten sie, daß wahr ihr Zeugnis sei:
    Denn ich schwur, du sei’st schön: o grober Trug,
    Natur zu lästern mit so schnödem Lug!
Du weisst, ich breche ein Versprechen, indem ich dich liebe, doch indem du schwörst, dass du mich liebst, brichst du zwei Versprechen: Du hast dem Bett deines Gatten entsagt, bist dann zu ihm zurückgekehrt („neuer Liebesbund“), nur um ihn abermals zu verraten („neuer Hass“). Doch warum zeihe ich dich, zwei Eide gebrochen zu haben, wenn ich zwanzig Eide breche? Der grössere Meineidige bin ich, denn zu deinem eigenen Schaden habe ich Eid um Eid auf deine Güte („teures Lieben, Güte und Treu“) geschworen, während ich doch genau wusste, dass du nicht gut bist. Somit habe ich geschworen, dass du sehr freundlich bist, sehr liebevoll, sehr wahrheitsliebend, sehr beständig, und um dich in ein gutes Licht zu stellen, gab ich vor zu sehen, was ich nicht sah; oder ich schwur, nicht zu sehen, was mein Auge erblickte. Denn ich schwur, du seist gut. Welch furchtbarer Meineid meinerseits, wo das doch so unwahr ist!
Interessanterweise ergibt der Text des Sonnets in seiner verborgenen Bedeutung – als Anspielung auf das seinem Glauben untreu gewordene England – mehr Sinn als in seiner vordergründigen, der sich auf Shakespeares untreue Geliebte bezieht. Das „Fröhliche England“ war der katholischen Kirche 900 Jahre lang treu gewesen. Durch die 1534 erlassene Suprematsakte Heinrichs VIII. („mit der Tat ) brach England die Ehe („Bettgelübde“) gegenüber der katholischen Kirche und erkor den Protestantismus zu seinem Buhlen. Unter Mary Tudor wandte es sich 1553 wieder dem Katholizismus zu („neuer Liebesbund“), beging jedoch 1558 unter Elisabeth I. erneut Ehebruch („neuer Hass“ [auf die katholische Kirche] ). Doch Shakespeare (1564–1616) zeiht sich selbst einer noch viel schlimmeren Untreue, denn all diese Jahre hindurch hat er England mit seinen abtrünnigen Tudor-Königen immer wieder verherrlicht („dich zu zieren“), beispielsweise in seinen historischen Dramen, und zwar zu Englands Schaden („misshandelt dich beständig“), denn als Katholik wusste er sehr wohl, dass der Protestantismus den Untergang des „Fröhlichen Englands  bedeuten würde. So kam es denn auch!
Und heute? Das Muster wiederholt sich: Mehr als 1900 Jahre lang waren die Katholiken treue Ehepartner der wahren Kirche, doch mit Vatikan II (1962–1965) folgte die grosse Masse von ihnen schlechten Führern, die sie zu offener oder versteckter Buhlerei mit der modernen Welt verleiteten („brachst mit der Tat dein Bettgelübde“). Dann führte Erzbischof Lefebvre (1905–1991) viele von ihnen wieder in den Schoss der wahren katholischen Kirche zurück („neuer Liebesbund“ bzw. Erneuerung des alten Glaubens und der alten Liebe), aber seine Nachfolge an der Spitze der von ihm 1979 gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius XII. verfielen, von „neuem Hass“ auf die vorkonziliäre Wahrheit erfüllt, abermals ehebrecherischen Gelüsten nach einer Wiedervereinigung mit Konzilsrom.
Und die Moral von der Geschicht? Alle Shakespeare-Bewunderer und alle Katholiken unter uns müssen Klartext sprechen und mit aller Deutlichkeit festhalten, dass es in Pachamama-Rom einen Greuel gibt, den wir verabscheuen müssen.
Kyrie eleison. „In Rom,“ so sprach der Erzbischof, „wird bald der Glaube ganz verschwinden.
Drum müssen Katholiken eine neue geistige Heimat finden.“